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Bergausflug · 19. August 2026 · 8 Min Lesezeit

Zagori & die Vikos-Schlucht ab PVK: ein Tagesausflug oder Wochenende mit dem Camper

Steinbrücken, eine dramatische Schlucht und Bergdörfer, die unberührt wirken — alles innerhalb von etwa drei Stunden von der ionischen Küste.

Panoramic view of Vikos Gorge with sheer limestone cliffs dropping into a lush green ravine

Wenn du deine gesamte Westgriechenland-Reise an der Küste verbringst, verpasst du eine der eindrucksvollsten Landschaften Europas — und sie liegt nur etwa drei Stunden entfernt. Zagori ist rau, dramatisch und ruhig, und ja, du kannst es problemlos mit einem Camper erkunden.

Was Zagori eigentlich ist

Zagori ist eine Bergregion in Epirus, bestehend aus 46 traditionellen Steindörfern — den Zagorochoria — verteilt über die Hänge des Pindos-Gebirges. Im September 2023 nahm die UNESCO die Zagori-Kulturlandschaft in die Welterbeliste auf, die erste moderne (nachbyzantinische) Kulturlandschaft Griechenlands auf dieser Liste.

Im Herzen der Region liegt die Vikos-Schlucht, die einen Guinness-Weltrekord als tiefste Schlucht der Erde im Verhältnis zur Breite hält — ihre Wände fallen steil ab, während die Schlucht oben bemerkenswert schmal bleibt. Es lohnt sich zu erwähnen, dass dies ein Rekord für relative Tiefe ist, kein absoluter: In absoluter Tiefe gehen andere Schluchten (einschließlich des Grand Canyon) tiefer. Vom Rand hinabzublicken ist trotzdem ein wirklich überwältigendes Erlebnis.

Anreise: von PVK nach Zagori

Die Fahrt von Preveza/Aktion zu den Zagori-Dörfern ist unkompliziert und landschaftlich reizvoll — etwa 3 Stunden. Fahr nordwärts auf der E55 Richtung Ioannina, entlang der Küste des Ambrakischen Golfs, bevor es landeinwärts durch grüne Hügel geht. Ioannina — Epirus' lebendige Hauptstadt an einem See mit Burg und Altstadt — ist einen eigenen Stopp wert.

Ab Ioannina nimmst du die Straße nordwärts Richtung Zagori, ausgeschildert nach Vitsa, Monodendri oder Papigo, je nach Ziel. Die Straße nach Ioannina ist eine schnelle zweispurige Straße; nördlich davon werden die Straßen in den Bergen schmaler, bleiben aber gut asphaltiert und mit einem Standard-Camper machbar.

Was du sehen und tun kannst

Aussichtspunkte der Vikos-Schlucht

Der am besten erreichbare Aussichtspunkt ist Oxya, erreichbar über eine kurze asphaltierte Straße ab Monodendri und einen 15-minütigen Fußweg über einen Steinpfad zur Plattform. Ein zweiter Aussichtspunkt, Beloi, bietet einen anderen Blickwinkel beim Dorf Vradeto, mit einem längeren Weg — prüfe die aktuellen Gehzeiten vor Ort, da sie je nach Quelle variieren.

Die Steinbrücken

Zagoris gewölbte Steinbrücken, gebaut zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert, sind Wahrzeichen der Region. Die dreibogige Plakida-Brücke (Kalogeriko) bei Kipi ist eine der meistfotografierten Griechenlands, mit Parkplatz direkt an der Straße.

Das Dorf Papigo

Megalo und Mikro Papigo liegen nebeneinander unter dramatischen Felstürmen — Steinhäuser, enge Gassen und Tavernen mit lokaler epirotischer Küche.

Die Ovires-Pools

Ein markierter Weg ab Mikro Papigo führt zu natürlichen Felspools, gespeist von Bergquellen — klar, sehr kalt, und an einem heißen Tag eine echte Belohnung.

Monodendri

Das wichtigste Tordorf zur Vikos-Schlucht, mit dem Ausgangspunkt für die komplette Schluchtwanderung, der Straße zum Oxya-Aussichtspunkt und mehreren Gästehäusern und Tavernen.

Straßenverhältnisse für Camper

Ein Standard-Camper kommt mit Zagoris Hauptrouten gut zurecht — asphaltiert und zweispurig, manchmal gerade so. Achte auf enge Kurven bei der Abfahrt in manche Dörfer, schmale unbeschilderte Straßen innerhalb der Dörfer selbst (am Ortsrand parken und zu Fuß hineingehen), und gelegentlich losen Kies auf kleineren Nebenstraßen nach Regen.

Bist du in einem größeren Wohnmobil (7m+), sei vorsichtiger — manche Dorf- und Aussichtspunkt-Zufahrten könnten für alles über einem mittelgroßen Camper zu eng sein.

Wo du über Nacht parken kannst

In Zagori selbst gibt es keine offiziellen Campingplätze — das ist Bergdorf-Territorium, kein Strand-Camping-Gebiet. Einige informelle Kiesplätze bei Monodendri und Papigo werden von Campern genutzt, aber Toleranz und Verfügbarkeit können sich ändern, also frag vor Ort nach, statt es anzunehmen.

Möchtest du lieber einen richtigen Campingplatz als Basis und Zagori als Tagesausflug erkunden, hat Ioannina etablierte Optionen am Ufer des Pamvotis-Sees. Wo auch immer du parkst: hinterlasse keine Spuren und halte den Lärmpegel niedrig — diese Dörfer haben Jahrhunderte überdauert, und man merkt, wie ernst die Einheimischen das nehmen.

Beste Reisezeit

Mai bis Mitte Juni und September bis Mitte Oktober sind die besten Zeiten — Wildblumen im Frühling, goldenes Licht im Herbst, und weniger Besucher als im Juli-August-Hoch.

Zagori liegt auf 900–1.200 m Höhe, daher ist der Sommer selbst bei größter Hitze spürbar kühler als an der Küste. Der Winter bringt Schnee und vereiste Straßen — mit einem Camper nicht empfohlen, außer du hast Erfahrung mit winterlichem Bergfahren.

Zagori mit einer Westgriechenland-Reise kombinieren

Ein natürlicher Einschub: Hol deinen Camper ab PVK ab und erkunde ein paar Tage die Küste Richtung Parga, fahr dann nordwärts nach Zagori für eine oder zwei Nächte, kehre über Ioannina zurück und schließe wieder an die Küste an. Die Rundreise von Preveza nach Zagori und zurück beträgt etwa 360 km — leicht ein zweitägiger Abstecher, oder drei, wenn du wirklich verweilen willst.

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